Alltagsaktivitäten lern- und entwicklungsfördernd gestalten
Bewegungs - Entwicklung und Entwicklungs - Bewegung

 

Entegegen den Annahme, dass Förderung nur in Therapie-Einheiten möglich ist,
die 2x wöchentlich eine 1/2 Stunde passieren, sind es die alltägl. Aktivitäten in denen enormes Lern- und Entwicklungspotenzial steckt. Ebenso ein mehr oder weniger an Lebensqualität. Sei es Begegnung mit oder ohne Berührung, das Drehen im Bett,
ein Transfer oder das Aufstehen vom Boden.

 

Es geht um das Wie – um die Qualität
Der Austausch über Berührung und Bewegung der unmittelbaren Bezugspersonen -

basale Beziehungsangebote sind ein Entwicklungsbeitrag. 
Gerade in der Arbeit mit Menschen von höchster Bedeutung.
Wie kann sich der Mensch als wirksam erleben und mehr Möglichkeiten entwickeln, anstatt mehr Abhängigkeitt?


Als Beispiel hier 2 kurze Sequenzen mit Leopold - 28.7.2017

Absicht: auf den Boden runter und wieder hoch (Positionswechsel)

Wenn Leopold kneistert, befindet er sich an einem Knack - Punkt, wo er im Moment

keine Ahnung hat, wie es mit angepasster Anstrengung weitergehen könnte.
Er macht dann einfach Pause,  wartet und blendet einen aus.

Zu Beginn hat er noch keine passenden Ideen, bzw. er hat sie vergessen.

Lasse ich ihn in diesem Muster, kommt er nicht mehr so leicht auf den Boden,

um zu spielen usw.
Er braucht hier Unterstützung für seine wichtige Bewegungs - Entwicklung.
Diese hat auch eine Wirkung auf seine weiteren Entwicklungsmöglichkeiten.
Deswegen sprechen wir auch von Entwicklungs - Bewegung.

 Suche nach mehr Bewegungsmöglichkeiten, anstatt Abhängigkeiten
(wenn ich ihn einfach auf den Boden setzen würde)
Am Ende dieses spielerischen Bewegungsangebots nimmt er seine Erfahrungen und Ideen mit rein in das Aufstehen, was Anfangs noch eine Überforderung darstellte.
Wie man gleich schön sieht, hat er seine Möglichkeiten erweitert.

 

Wir orientieren uns am Kinaesthetics Denk - Modell:

"Hierarchie der Kompetenzen". Es geht hierbei um die Fähigkeiten, die ein kleines Kind in den verschiedenen Positionen vom Liegen bis ins Stehen benötigt und erwirbt.
 

Es geht hier um Kompetenzentwicklung, um Bewegungskompetenz.

Fähigkeiten, die in einer Position benötigt werden, werden in nierdrigeren Positionen oder beim Positionswechsel erlernt. Sitzen haben wir alle nicht nur im Sitzen, sondern in der Bauchlage mit Ellbogenstütz und auf dem Weg ins Sitzen erlernt.

Bedeutung für die Unterstützung bei Menschen

Wie können Kompetenzen für scheinbar überfordernde Aktivitäten entwickelt werden?

Erforschen der eigenen Bewegung in niedrigeren Positionen und beim Positionswechsel, wo man sicher ist und auf Entdeckungsreise gehen kann, hilft leichter Fähigkeiten zu erlernen, zu erweitern und zu erhalten.
Nicht nur im Bereich bei Menschen mit Behinderung, Betreuung und Therapie,
sondern auch in der Seniorenbetreuung und bei Kindern können Bewegungsangebote nach diesem Modell passend gestaltet werden.

 

Durch Lern- und Entwicklungsangebote, die angepasst sind, an die der Mensch ohne Überforderung anknüpfen kann, schaffen wir kleine Inseln der Sicherheit und Selbstwirksamkeit, weg von Ohnmacht und Fremdbestimmung. TM
 

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Patrick Neumüller