Videodokumentation der Bewegungswerkstatt

Diese Doku erhebt keinen Anspruch auf Perfektion, sondern soll einen Ist-Stand festhalten und den Lern- und Entwicklungsprozess dokumentieren.

Alle Personen, die zu sehen sind, haben zur Veröffentlichung eingewilligt.
Die Links sind nicht öffentlich, sondern nur über diese Seite zu sehen.
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Die Kompetenzen, die wir hier entwickeln, dienen nicht dem Video - Selbstzweck,
sondern helfen dem Menschen, seinen Alltag kompetenter zu gestalten.
Mehr Selbstwirksamkeit - und effektivere Gesundheitsprozesse.
Ebenso den Pflegekräften - mehr Kompetenzen führen zu weniger Belastungen.


Beides führt zu mehr Lebensqualität und ist unbezahlbar !

Dominik - Umgang mit Störungen, Dez.2019

Wie wir Probleme sehen oder damit umgehen hängt maßgeblich mit der Bewertung und mit den daraus entstehenden Möglichkeiten zusammen. Stören Störungen nur, oder können wir sie auch nutzen und gezielt einsetzen für ein Lern- und Entwicklungsangebot.

Was in der Mitte des Videos wie plan- und sinnloses umherwälzen aussieht im Aussenblick, hat für das Merken und Erweitern der inneren Bewegungsspielräume die höchste Bedeutung (Innenblick). Durch  diese Tracking - Prozesse und das daraus entestehende Führen und Folgen sind wir beide im ständigen Prozess: Anpassen und Suche nach Möglichkeiten durch "Störungen".

 

Der Mensch ist und bleibt dem anderen Menschen die größte Ressource

für Entwicklungsmöglichkeiten. Aber vermutlich auch die größte Störung.

Aber wir wissen jetzt ja: es liegt an der eigenen Bewertung und den enstehenden Möglichkeiten.

Vor lauter Pflege, oder gerade deswegen sollten wir den pädagogischen Grundauftrag nicht vergessen: Nicht zeigen, wie es geht, sondern Lernen ermöglichen für eine größtmögliche selbstbestimmte, autonome Lebensführung.

Bernadette - Zur Schmerzexpertin für sich werden

Wenn hohe Körperspannung im Spiel ist, dann ist das Thema Schmerz nicht weit.
Wie können wir eine Lernumgebung gestalten, in der das Thema "Schmerz" bearbeitet werden kann?

Weniger ausgeliefert sein: Vom Ofper mehr zum Versteher und Veränderer.

Stefan
Im ersten Termin hatte Stefan als Thema:  Transfer in den Stehständer.

Wir merkten schnell, es ist eine große Heraus- ja fast schon Überforderung

für alle Beteiligten.

Wissen muss leben, damit es zu können wird!

Im Folgenden merkten wir, dass es mehr Sinn macht, sich von Problemen zu lösen.

Wir arbeiteten am Verstehen der Kinaesthetics Werkzeuge und am Beschreiben von Aktivitäten - an der Fachsprache. Wie gelingt die entscheidende Vernetzung in den Alltag?
Zu den Mitarbeitern in der Wohngruppe und in der Werkstatt.

Implementierung durch nutzen!

Stehständer - Teil 2

Wir kamen doch wieder zum Stehständer. Mit Angelika als Beobachterin,

wie Gewicht organisiert und damit Muskelkraft effektiver eingesetzt werden kann,

machten wir uns auf einen spannenden Lern-, Entwicklungs und Analyseprozess.

 

Natürlich gibt es Grenzen, Kräftemässig, kontrakturbedingt ...

Wir können keine Gelähmten über Wasser laufen lassen!
Dennoch sind hier neben der Entwicklung der Bewegungskompetenz weitere Kompetenzen bemerkbar: Bebachtungs-, Analysefähigkeit und die Entwicklung der Kinaesthetics Fachsprache, um Aktivitäten klar und kurz beschreiben zu können.

V.a. die Aspekte darin, die eine Bedeutung haben.

Angelika - Sehen/Merken - Verstehen - Beschreiben

Ständige Suche nach einer Möglichkeit Gewicht abzugeben hat eine Wirkung auf den Körperbau und auf Bewegungsmöglichkeiten.
Gewicht halten, kann sehr gut gelernt und auch in Aktivitäten verinnerlicht werden.
An Problemen nicht unbedingt in der Schlacht arbeiten,

sondern wenn Zeit und Raum dafür ist. 

Die eigene Bewegung verstehen -  zum Experten für sich werden

Hier reichen die grundlegendsten Positionswechsel:

Rückenlage in Bauchlage drehen, Bauchlage ins Sitzen, Sitzen in 4 - Füßler

Stefan fühlt sich sicher und kann ohne Überforderung an die Angebote anknüpfen und selbstwirksam Erfahrungen machen und damit seine Bewegung und sich besser verstehen. 

Überforderung zeigt er sehr schnell in der Gesichtsmimik!

Hier arbeiten wir beide an unserer Bewegungskompetenz, da wir uns gegenseitig aneinander anpassen müssen. Gegenseitiger Lern-Prozess.

 

Selbstwirksamkeit beim Drehen -

die Bedeutung meines Armes zur Organisation der Gewichtsverlagerung

Wie die normalen Alltagsaktivitäten gestalten sind, hat eine Wirkung auf das Erleben der eigenen Wirksamkeit:

- kann ich mithelfen in meinem Rahmen meiner vorhandenen Möglichkeiten

  und Ressourcen?

- mich und meine Bewegung immer besser verstehen, um mehr zum Experten für mich
  zu werden

> dadurch können innere Gesundheitsprozesse (Atmung, Sekrettransport, Verdauung

    besser funktionieren, weil sie differenzierter von Innen gesteuert werden können. 

    Ich kann von Aussen als Pflegekraft nur Angebote machen.

    Selbstwirksamkeit und Gesundheitsentwicklung stehen im engen Zusammenhang!

 

Als Aktivität reicht hier Mosche und Christoph Teilschritte beim Drehen, keine grossen Transfers, oder Aktionen, sondern an welches Angebote können sie anknüpfen ohne Überforderung?

Selbstwirksamkeit und Zeit - Ist beides vereinbar? 17.10.2017

 

Letztens hatten wir einen Transfer vom Rolli auf die Pflegeliege. Die Bewohnerin meinte, meist wird der Lifter genommen, da es einfach schneller geht im Alltag. Wird ihr das von Mitarbeitern gesagt, oder ist das ihre eigene Meinung? Wir haben die Zeiten gestoppt.

1. Transfer durch Reindrehen ins Bett
 mit der Achtung auf Selbstwirksmkeit, Gewichtsabgabe durch eigene Bewegung und mehr Verstehen, wie die eigene Bewegung funktioniert. Gleichzeitig positive Wirkung auf Darmperistaltik, Pneumoniepropyhlaxe, Kontrakturprophylaxe: 30 Sekunden.

2. Transfer mit Lifter
Der Mensch lernt immer besser Fliegen, Körperspannung hochfahren wird immer perfektionierter, Luft anhalten wird trainiert: 3 Minuten und 30 Sekunden.

 

Meine Meinung nach dem Video, hier nun das Video:

Fehlt es also wirklich an Zeit oder fehlt es an Bewegungskompetenz der Mitarbeiter?

Dass sie sich nicht trauen, diesen Weg zu verfolgen? Oder ist es einfacher, bequemer dem alten Muster zu folgen, was Sicherheit gibt?
Wenn man das Bild vor Augen hat, wie Kathrin in den"Seilen" hängt wird einem klar,

es gibt neben der Zeit auch einen lebensqualitativen Unterschied!

Nachhaltigkeit - Bewegungskompetenz als Schlüssel

Erfahrung der eigenen Wirksamkeit, die eigenen Möglichkeiten erweitern und nicht immer abhängiger werden, Gesundheitsprozesse durch die Qualität der eigenen Bewegung positiv beeinflussen zu können führt am Ende des Tages zu Gewinn an Zeit, Geld und Lebensqualität

Positionswechsel als Lern- und Entwicklungsangebot
Leopold 28.7.2017 - Auf den Boden und wieder hoch

Wenn Leopold kneistert, befindet er sich an einem Knack - Punkt, wo er im Moment keine Ahnung, hat, wie es mit angepasster Anstrengung weitergehen könnte.
Er macht dann einfach Pause,  wartet und blendet einen aus.

Zu Beginn hat er noch keine passenden Ideen, bzw. er hat sie vergessen. Lasse ich ihn in diesem Muster, kommt er nicht mehr so leicht auf den Boden, um zu spielen usw.
Er braucht hier Unterstützung für seine wichtige Bewegungs - Entwicklung.

Suche nach mehr Bewegungsmöglichkeiten, anstatt Abhängigkeiten (wenn ich ihn hochheben und hinstellen würde). Am Ende nimmt er seine Erfahrungen und Ideen mit rein in das Aufstehen, was Anfangs noch eine Überforderung darstellte.
Wie man gleich schön sieht, hat er seine Möglichkeiten erweitert.
Seine Bewegungskompetenz.

Auf der Suche nach Möglichkeiten - am Boden unter freiem Himmel
Wir haben uns in 2er und Einzelgruppen auf den Boden begeben. Hier kann gut Gewicht abgeben werden, Sturzgefahr ist minimiert und wir können uns auf die Suche machen, nach Möglichkeiten, um jahrzehnte lang erlerne Muster zu erkennen und zu erweitern.

Und dafür braucht es Zeit und passende Angebote ohne Überforderung, um sich selber zu entdecken und dadurch besser zu verstehen: Wie funktioniert meine Bewegung?

Völlig ausreichend hier: Wie geht Drehen? Bergauf und Bergab - 21.6.2017

"Lasst uns an der Spannung arbeiten, nicht mit ihr!" TM

Abschliessend taucht die Frage auf: Wie oft kann und soll sowas möglich sein?
Was macht Sinn, was gibt der Alltag her?
Um kontinuierlich am Ball zu bleiben, umso öfter, umso besser.

Gerhard Entwicklung eines Transfers 2009 - 2015
Der erste Transfer zeigt unsere Anfänge:
Gerhard wird wie ein Sack Kartoffeln ins Bett gehoben.
Eigenaktivität gleich null, sogar kontraproduktiv: er muss sich steif machen und wir sind unterwegs in die Richtung: Mehr Abhängigkeit

Beim nä. Video gehen wir in die Richtung: Selbstwirksamkeit, "Ich kann, anstatt ich kann nicht!" Positive Effekte auf innere Gesundheitsprozesse (Anregung der Verdauung durch Unterstützung der Darmperistaltik, Dehnung der Lunge --> Sekret kann leichter abgehustet werden) und Entwicklung von neuen Möglichkeiten. Auf dem Weg zu mehr Bewegungskompetenz. Für Gerhard ein mehr an Lebensqualität.

Transfer Tini 12.4.2017, Rolli --> Bett, Alternative zum unsicheren Heben
Martina wollte einen anderen Transfer suchen, bei dem sie sich sicher fühlt und Gewicht abgeben kann. Durch das spiralige Bewegungsmuster Drehen kann sie besser ihren Tonus regulieren und ist dadruch sensibler für sich und kleine Lernprozesse bei der Aktivität.
Beim Transfer im Stehen wäre sie unsicher, eigentlich ist Stehen eine Überforderung für sie, weil sie nicht stehen kann. Deswegen sind Transfers in niedrigere Position (Sitzen) eine geeignete Alternative um neue Möglichkeiten zu suchen

Bus einsteigen, 28.6.2016, WG Kottern, Sebastian
28.6.2016 - Aussage der Mitarbeiter der WG Kottern: Je nach Tagesverfassung müssen ihn die Mitarbeiter regelrecht hochhieven, weil er sich alleine schwer tut, in den Bus einzusteigen.

Durch Erweiterung seiner Bewegungsmöglichkeiten, seiner Bewegungskompetenz steigt er nach 4 Wochen so ein (31.7.2016). Ohne Worte!

Wie geht Aufstehen?, 28.6.2016, WG Halde, Claudia

Positionsunterstützung - Tonsregulation → Lebensqualität
30.10.2016, Helma WG Iller

Die meisten Rollstühle sind Standardisiert. Menschen zum Glück nicht. Menschen müssen Gewicht abgeben können, um ihre inneren Gesundheitsprozesse positiv zu beeinflussen. Wenn Sie diese Zeilen lesen haben Sie bestimmt ihre Arme, oder Ellbogen wo aufgestützt, um Gewicht abzugeben, um einfach bequemer sitzen zu können. Bequem bedeutet in diesem Sinne mit weniger Anstrengung, mit weniger Muskelkraft , mit weniger Muskelspannung. Wenn Sie möchten, können Sie ja Ihre Arme heben und die restlichen Zeilen in dieser Position verfolgen. Im folgenden Beispiel hat Helma diese Möglichkeit nicht, es sieht zwar so aus, aber beim näher hinschauen, kann sie ihre Ellbogen nicht auf die Armlehne bringen. Die Folge: Muskeln in den Armen müssen arbeiten, sind diese irgendwann müde, helfen die Schultern mit
→ hoher Tonus im gesamten Oberkörper, Kontrakturen.
Wie nutzt sie ihre rechte Hand? Wie ist ihr Gemütszustand?

Im 2. Fall arbeiten wir mit Positionsunterstützung, damit sie ihre Position Sitzen mit weniger Anstrengung ausführen kann. Wie nutzt sie jetzt ihre rechte Hand.

 

Wie ist sie jetzt „drauf“?

Gewicht abgeben zu können, mit weniger Anstrengung im Alltag unterwegs zu sein hat nicht nur eine Wirkung auf innere Gesundheitsprozesse, wie Atmung, Durchblutung, Blutkreislauf, Verdauung …, sondern trägt auch dazu bei, die Lebensqualität zu erhöhen. Das kann Helma durch ihre freudigen Äußerungen wie die Faust aufs Auge zum Ausdruck bringen. Am Ende nehme ich die Positionsuntersttzung wieder raus.
Die Wirkung wird deutlich.

21.1.2013, Wie geht Drehen? Josef
Hier ist gut zu sehen, wie Josef sich anfangs noch dreht wie ein Brett, sich dann aber immer  differenzierter bewegen kann. Er entwickelt sein Körperschema jedes mal durch seine eigene Bewegung bzw. die Anleitung. Seine Möglichkeiten stehen und fallen mit dem Angebot der  Unterstützung, damit er mit seinen schlechten Karten immer ein bisschen besser spielen lernt. 

Transfer Bett Rolli, 6.9.2017, Kathrin WG Halde
Um was geht's:

Alternative 1
Die Forschungsfrage entsteht: Wie geht Gewichtsverlagerung? Das haben unsere Bewohner nie durchs Krabbeln gelernt. Ohne Gewichtsverlagerung braucht man viel mehr Kraft, der Tonus wir höher. Die Bewegung wird ein unkontrolliertes Hüpfen.
Ein unsicheres Hau-Ruck. Die Folge Unbeweglichkeit  -

und durch die hohe Spannung fühlt man auch weniger.

Man wird unsensibler für die eigene Bewegung. Ein Teufelskreis!

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© Patrick Neumüller