Wir achten auf die Ressourcen unserer Bewohner*innen – und auf die Gesundheit unserer Mitarbeitenden. Pflege ist Beziehung in beide Richtungen. Deshalb hat es
höchste Bedeutung, dass Pflegekräfte achtsam mit sich selbst und ihrer eigenen Bewegung umgehen.
Ehrlich gesagt: Es ist herausfordernd. Der Pflegealltag ist geprägt von äußeren Anforderungen – Dienstplan, Anrufe, Zeitdruck, spontane Situationen. Wir sind viel unterwegs mit „Außen“.
Doch die entscheidende Frage lautet:
Bewohnerinnen und Klientinnen zu unterstützen ist die eine Seite. Die andere Seite der Medaille ist: auf sich selbst achten können.
Wir Pflegekräfte sind oft mit dem Blick ausschließlich auf den Menschen unterwegs, den wir begleiten.
Und wen vergessen wir dabei oft Uns selbst.
Achtsamkeit auf die eigenen Bewegungs- und Belastungssinne ist zentral.
Über unser kinästhetisches Sinnessystem spüren wir:
Impulse des anderen
unsere eigene Belastung
Momente, in denen wir zu viel übernehmen
Momente, in denen wir Möglichkeiten eröffnen können
Wenn wir diese Signale wahrnehmen, entsteht ein anderes Unterstützen:
- mehr Interaktion
- weniger Übernahme
- mehr Möglichkeiten
- weniger Abhängigkeit.
Es geht nicht um große Ziele. Schon beim Drehen im Bett kann ein Mensch lernen:
„Ich kann mich selbst bewegen.“ Nicht „Ich werde gedreht.“
Gemeinsames Suchen, gemeinsames Spüren, gemeinsames Tun.
Wenn wir weniger Kraft einsetzen müssen, wirkt das direkt auf unsere Gesundheit: Blutdruck, Kreislauf, Atmung, Belastung. Und der Mensch, den wir unterstützen, entwickelt mehr Möglichkeiten, mehr Selbstständigkeit, mehr Selbstwirksamkeit.
Langfristig entsteht dadurch sogar Zeitgewinn – weil weniger Übernahme bedeutet:
mehr Kompetenz beim Bewohner, weniger Belastung beim Team.
Es braucht beidesTM